Coworking-Space reinigen: Hot Desks, Gemeinschaftsküche und Telefonboxen im Griff
In einem Coworking-Space wechseln die Menschen, die Flächen bleiben: Dieselben Tische, Küchengeräte, Telefonboxen und Toiletten werden an einem Tag von vielen Nutzern geteilt, die sich untereinander oft nicht kennen. Sauberkeit funktioniert hier nur, wenn drei Dinge zusammenspielen – ein Reinigungsplan nach Zonen, klare Hausregeln für die Mitglieder und Reinigungszeiten, die zum Betrieb passen. Dieser Ratgeber zeigt Betreibern und Flächenverantwortlichen, wie das gelingt.
Was Coworking-Flächen von klassischen Büros unterscheidet
In einem normalen Büro hat jeder seinen Platz, seine Tasse und seine Gewohnheiten, und das Team regelt vieles untereinander. Im Coworking fehlt diese soziale Kontrolle weitgehend. Wer nur einen Tag bleibt, fühlt sich für den Zustand der Küche weniger verantwortlich als jemand, der dort seit Jahren arbeitet. Gleichzeitig erwarten zahlende Mitglieder, dass alles einladend aussieht – jeden Tag, zu jeder Uhrzeit.
Flexible Plätze werden mehrmals am Tag oder von Tag zu Tag von anderen Personen genutzt. Das erhöht die Bedeutung von Kontaktflächen.
Viele Spaces sind früh morgens bis spät abends oder rund um die Uhr zugänglich. Klassische Reinigungsfenster gibt es dann kaum.
Küche, Lounge und Kaffeebar sind Treffpunkte und werden entsprechend stark genutzt, oft mit Essen und Getränken.
Hot Desks, feste Plätze, abschließbare Team-Büros, Meetingräume, Telefonboxen, Eventfläche – jede Zone hat eigenen Bedarf.
Workshops, Meetups und Feiern hinterlassen Spuren, die bis zum nächsten Morgen beseitigt sein müssen.
Sauberkeit ist Teil dessen, wofür Mitglieder bezahlen. Ein schmutziger Space wirkt sich direkt auf Buchungen aus.
Viele Grundsätze stammen aus der normalen Büroreinigung, doch Organisation und Rhythmus müssen auf diese Besonderheiten zugeschnitten werden. Für kreative Mischflächen mit Studios oder Showrooms gelten zusätzliche Regeln, die auf der Seite zur Agenturreinigung beschrieben sind.
Zonen und Reinigungsrhythmus im Überblick
Ein Reinigungsplan für Coworking-Flächen sollte nach Zonen aufgebaut sein, nicht nach Quadratmetern. Die folgende Übersicht zeigt bewährte Richtwerte; der tatsächliche Bedarf hängt von Belegung und Öffnungszeiten ab.
| Zone | Belastung | Typischer Rhythmus | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Gemeinschaftsküche und Kaffeebar | sehr hoch | arbeitstäglich, bei hoher Belegung zusätzlich Zwischenreinigung | Lebensmittel, Feuchtigkeit, viele Kontaktflächen |
| Sanitärräume | sehr hoch | arbeitstäglich, Kontrollgänge über den Tag | Verbrauchsmaterial muss immer vorhanden sein |
| Hot Desks und flexible Plätze | hoch | arbeitstäglich Tischflächen und Böden | Nur freie Plätze werden gereinigt |
| Telefonboxen | hoch | arbeitstäglich Kontaktflächen und Boden | Enge Räume, Polster und Akustikmaterial |
| Meetingräume | mittel bis hoch | nach Buchungslage, mindestens arbeitstäglich | Whiteboards und Technik nach Absprache |
| Feste Plätze und Team-Büros | mittel | zwei- bis fünfmal pro Woche | Abstimmung mit den Mietern, Zugang regeln |
| Lounge und Eventfläche | schwankend | arbeitstäglich und nach Events | Polstermöbel, Teppiche, Getränkeflecken |
| Fahrradraum, Duschen, Schließfächer | mittel | Duschen arbeitstäglich, Rest wöchentlich | Feuchtigkeit und Schmutz von draußen |
Wie man Intervalle für einzelne Raumgruppen begründet festlegt, beschreibt der Ratgeber Reinigungsintervalle festlegen. Eine raumweise Aufgabenliste finden Sie in der Checkliste Büroreinigung.
Hot Desks und Desk-Sharing: Sauberkeit trotz wechselnder Nutzer
Flexible Arbeitsplätze sind das Herz vieler Coworking-Spaces. Damit sie hygienisch bleiben, muss ein Platz nach jeder Nutzung so verlassen werden, dass der nächste Nutzer ihn sofort verwenden kann. Das gelingt nur mit einer Kombination aus Regeln und Ausstattung.
Für die Nutzer
- Platz am Ende des Tages vollständig freiräumen
- Persönliche Sachen in Schließfächer statt auf den Tisch
- Tastatur und Tischfläche vor der Nutzung mit bereitgestellten Tüchern abwischen
- Geschirr zurück in die Küche bringen
- Kein Essen mit Krümeln und Soßen am Arbeitsplatz, wenn es eine Küche gibt
Für den Betreiber
- In jeder Zone eine kleine Station mit Reinigungstüchern und Abfallbehälter
- Geteilte Monitore, Tastaturen und Docking-Stationen in den Reinigungsplan aufnehmen
- Abends nur freigeräumte Plätze reinigen lassen, Liegengebliebenes in eine Fundkiste
- Kabel und Steckdosenleisten so führen, dass Böden frei gereinigt werden können
Wie geteilte Tastaturen, Mäuse und Headsets richtig gereinigt werden, erklärt der Ratgeber Tastatur- und Schreibtischhygiene ausführlich.
Wir betreuen geteilte Arbeitsflächen mit Schwerpunkt auf Küchen, Sanitärräumen, Lounges und freien Tischen und richten die Einsätze nach Ihren Öffnungszeiten aus.
Gemeinschaftsküche: der anspruchsvollste Ort im Space
In keinem Bereich zeigen sich Hygieneprobleme so schnell wie in der Gemeinschaftsküche. Viele Menschen nutzen Kühlschrank, Spülmaschine und Kaffeemaschine, aber niemand fühlt sich für den Gesamtzustand verantwortlich. Ein einziger vergessener Behälter im Kühlschrank genügt, um den Eindruck des ganzen Spaces zu verderben.
- 1Kühlschrank-Rhythmus festlegen
An einem festen Tag, meist am letzten Arbeitstag der Woche, wird alles Unbeschriftete und Abgelaufene entsorgt. Die Regel muss sichtbar am Kühlschrank hängen, damit die Reinigung ohne Rückfrage handeln kann.
- 2Spülmaschine organisieren
Wer räumt aus? In vielen Spaces übernimmt das morgens die Reinigung oder das Community-Team, tagsüber räumen Nutzer ein. Ein Schild „sauber“ oder „schmutzig“ verhindert, dass sauberes Geschirr wieder in der Spüle landet.
- 3Kaffeemaschine pflegen
Außenflächen, Auffangschale und Tropfgitter gehören in die tägliche Reinigung. Entkalkung und Reinigungsprogramme erfolgen nach Herstellerangabe und sollten einer festen Person zugeordnet sein.
- 4Schwämme und Tücher wechseln
Gemeinschaftlich genutzte Spülschwämme sind ein Hygieneproblem. Besser sind Spülbürsten, die heiß gereinigt werden können, oder häufig gewechselte Einwegtücher.
- 5Abfall trennen und oft leeren
Bioabfall in geschlossenen Behältern, Leergut separat. Bei warmer Witterung sollten Behälter mit Lebensmittelresten täglich geleert werden.
Für Küchen mit professioneller Ausstattung, etwa wenn ein Space ein eigenes Café betreibt, kann eine gesonderte Küchenreinigung sinnvoll sein.
Telefonboxen und Meetingräume schonend reinigen
Telefon- und Akustikboxen sind kleine, geschlossene Räume, die viele Menschen kurz nacheinander nutzen. Atemluft, Hautkontakt mit Tisch und Polstern und die eingeschränkte Luftzirkulation machen sie zu einem Bereich, der eigene Aufmerksamkeit braucht. Zugleich bestehen sie aus Materialien, die keine aggressive Reinigung vertragen.
| Element | Pflege | Nicht tun |
|---|---|---|
| Türgriff, Tisch, Ablage | Arbeitstäglich feucht reinigen | Mittel direkt aufsprühen |
| Touch-Displays und Schalter | Ausgeschaltet bzw. gesperrt, leicht feuchtes Mikrofasertuch | Feuchtigkeit in Fugen oder Öffnungen |
| Polsterhocker und Sitzbänke | Absaugen, Flecken nach Pflegesymbolen behandeln | Durchnässen von Schaumstoff |
| Akustikfilz und Wandpaneele | Trocken absaugen mit Bürstenaufsatz | Nass wischen, Reiniger auftragen |
| Lüftungsöffnungen | Staub absaugen, Filter nach Herstellerangabe | Öffnungen abdecken oder zustellen |
| Glastür | Streifenfrei reinigen, vor allem im Griffbereich | Scheuernde Pads |
In Meetingräumen kommen Konferenztechnik, Whiteboards und gemeinsam genutzte Fernbedienungen hinzu. Ob die Reinigung Whiteboards wischt, sollte geregelt sein – sonst ist der Arbeitsstand eines Workshops am nächsten Morgen verschwunden. Bei Polstermöbeln in Lounge und Boxen helfen die Hinweise im Ratgeber Pflegesymbole und Reinigungscodes.
Hausregeln, die Betreiber wirklich durchsetzen können
Lange Hausordnungen liest niemand. Wirksam sind wenige, klare Regeln, die sichtbar dort hängen, wo sie gelten, und die vom Community-Team freundlich, aber konsequent angesprochen werden. Bewährt haben sich:
- Clean Desk: Flexible Plätze werden am Ende des Tages vollständig freigeräumt.
- Geschirr wandert nach Gebrauch in die Spülmaschine, nicht in die Spüle.
- Lebensmittel im Kühlschrank werden mit Namen und Datum beschriftet; am festen Tag wird geleert.
- Telefonboxen und Meetingräume werden so verlassen, wie man sie vorfinden möchte.
- Verschüttetes wird sofort aufgenommen oder am Empfang gemeldet.
- Nach Events räumt der Veranstalter grob auf; die Reinigung übernimmt danach.
Je leichter Sauberkeit für die Nutzer ist, desto eher halten sie sich daran. Tücher, Abfallbehälter und Schließfächer an der richtigen Stelle bewirken mehr als jedes Schild.
Ein großer Teil des Schmutzes in Coworking-Spaces kommt von draußen herein, gerade wenn Mitglieder mit dem Rad kommen. Eine ausreichende Schmutzfangzone im Eingang entlastet Böden und Teppiche spürbar.
Reinigungszeiten bei langen Öffnungszeiten und 24/7-Zugang
Wenn Mitglieder rund um die Uhr Zugang haben, gibt es keine Zeit, in der der Space garantiert leer ist. Die Reinigung muss deshalb so geplant werden, dass sie die Nutzer möglichst wenig stört und die wichtigsten Bereiche zum Hauptbetrieb sauber sind.
- •Gründliche Reinigung aller Zonen am späten Abend oder frühen Morgen
- •Staubsaugen und Nasswischen ohne Rücksicht auf Lautstärke möglich
- •Arbeitsplätze sind meist frei
- •Ergebnis ist morgens für alle sichtbar
- ✓Küche, Sanitärräume und Kontaktflächen bleiben über den Tag ansprechend
- ✓Verbrauchsmaterial wird rechtzeitig aufgefüllt
- ✓Reinigungskräfte sind ansprechbar und sichtbar
- ✓Leise Tätigkeiten, keine lauten Geräte in Arbeitszonen
Viele Betreiber kombinieren beides. Bei hoher Auslastung lohnt es sich, die Belegungsdaten aus dem Buchungssystem zu nutzen: An Tagen mit vielen Buchungen wird eine zusätzliche Zwischenreinigung eingeplant, an ruhigen Tagen genügt die Hauptreinigung. Für Sanitärbereiche mit hoher Frequenz kann eine eigene Sanitärreinigung mit Kontrollgängen eingeplant werden.
Häufige Fragen zur Coworking-Reinigung
Wer ist im Coworking-Space für die Sauberkeit verantwortlich?
Für die Gemeinschaftsflächen und die regelmäßige Reinigung ist der Betreiber zuständig, der das meist an einen Dienstleister vergibt. Die Nutzer sind für ihren eigenen Platz während der Nutzung verantwortlich: Platz freiräumen, Geschirr wegräumen, Verschüttetes melden. Diese Aufteilung sollte in den Hausregeln oder den Nutzungsbedingungen stehen.
Wie oft sollten Telefonboxen gereinigt werden?
Kontaktflächen wie Türgriff, Tisch und Bedienelemente sollten in stark genutzten Boxen arbeitstäglich gereinigt werden, der Boden ebenfalls. Polster und Akustikflächen brauchen seltener, dafür schonend Pflege nach Herstellerangabe. Ein Tuchspender in der Box ermöglicht es Nutzern, zwischendurch selbst abzuwischen.
Kann die Reinigung tagsüber stattfinden, während Mitglieder arbeiten?
Ja, für Küche, Sanitärräume und Kontaktflächen ist eine Tagesreinigung oft sogar sinnvoll, weil diese Bereiche über den Tag verschmutzen. Laute Arbeiten wie Staubsaugen in Arbeitszonen sollten dagegen außerhalb der Hauptzeiten liegen. Viele Betreiber kombinieren eine kurze Zwischenreinigung tagsüber mit der Hauptreinigung am Abend oder frühen Morgen.
Was tun mit liegengebliebenen Sachen auf Hot Desks?
Am besten gibt es eine klare, bekannte Regel: Was abends noch auf einem flexiblen Platz liegt, kommt in eine Fundkiste am Empfang. Die Reinigungskraft sollte nicht entscheiden müssen, ob etwas Abfall ist. Persönliches gehört in Schließfächer.
Brauchen Coworking-Spaces eine Desinfektion der Arbeitsplätze?
Im Normalbetrieb genügt in aller Regel eine gründliche Reinigung. Viele Betreiber stellen zusätzlich Reinigungstücher bereit, damit Nutzer Tastatur und Tischfläche vor der Nutzung abwischen können. Eine Desinfektion kann bei besonderen Anlässen sinnvoll sein, etwa bei Krankheitsausbrüchen.
Weiterlesen im Ratgeber
Dieser Ratgeber wurde von der Redaktion PUTZPROFIS Berlin erstellt und beruht auf der Praxis aus über 20 Jahren Objektreinigung in Büros, Agenturen und gemeinschaftlich genutzten Arbeitsflächen. Die Rhythmen sind Richtwerte und müssen an Belegung, Öffnungszeiten und Ausstattung angepasst werden. Stand: Oktober 2026.